Psychische Belastung in der Ausbildung: Wie Betriebe richtig reagieren können
Laut einem Interview der Deutschen Handwerks Zeitung fühlt sich jede zweite auszubildende Person psychisch belastet. Uljana Bauer hat dazu an der Handwerkskammer Unterfranken einen Lehrgang für Ausbildende entwickelt. Sie beschreibt, wie Betriebe Anzeichen wahrnehmen und Gespräche führen können.
Skipu Redaktion · 22. Oktober 2026 · 2 Min.
Das Wichtigste in Kürze
- Am häufigsten treffen Betriebe laut Bauer auf ADHS und Ängste, besonders Prüfungsangst; Diagnosen von Depressionen nehmen zu.
- Eine Checkliste, die eine schwierige Phase sicher von einer psychischen Erkrankung trennt, gibt es nicht.
- Wer sich im Betrieb gesehen und wertgeschätzt fühlt, öffnet sich eher und ist motivierter.
- Bei Rückzug, häufigem Zuspätkommen oder Fehlen kann ein ruhiges Gesprächsangebot helfen.
- Bei Suizidgedanken gilt: ansprechen, Hilfe anbieten oder holen; bei akuter Lebensgefahr immer die 112 wählen.
Bauer betont, dass Ausbildende nicht alles allein lösen müssen. Wer sich ein Gespräch nicht zutraut, kann eine andere Person im Betrieb einbinden, die gut mit dem oder der Betroffenen auskommt. Steckt jemand bereits in einer Krise, braucht es externe Hilfe. Ansprechpartner sind die Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater der Handwerkskammern sowie regionale Beratungsstellen.
Der zweitägige Lehrgang am Bildungszentrum Schweinfurt steht laut Quelle Teilnehmenden aus ganz Deutschland offen. Außerdem nennt die Quelle mehrere Hilfsangebote, darunter die Telefonseelsorge unter 116 123, kostenlos und rund um die Uhr, sowie die Nummer gegen Kummer für junge Menschen unter 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr.